Kommentare Aktuelles

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Beiträge zu “Kommentare Aktuelles

  1. Dr. Vogelsangs differenzierte Darstellung und das auf Apg 2,42 basierende Kommunikationskonzept einer Kirche im Wandel sind für mich anregend und überzeugend. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit erspart IT-Kommunikation fossile Energieträger in erheblichem Maße. Für die kognitive Kommunikation bieten sich mediale Möglichkeiten, die weit über Seminar- , bzw. Gruppenraumgespräche hinausreichen. In unserer immer stärker vernetzten weltweiten Kirche und im interreligiösen Dialog werden Koalitionen und Erkenntnisse möglich, die wir als Landeskirchen so bisher nicht hatten. Die Crux liegt in der Verantwortlichen Reduktion der Informationen und Meinungen. Und die Analyse der sozialen Netze zeigt, dass Sektierertum unkontrolliert destruktive Gesinnung produziert und verbreitet, die in der virtuellen Kommunikation kaum an der Wurzel zu konterkarieren ist.
    Virtuelle Kommunikation auf Gemeinde- und Kirchenkreisebene kann bisweilen spannender sein als ein Gemeindebrief, aber ob die Gemeindeglieder, die eher „am Rand“ der Gemeinde leben, dadurch zu einer Kommunikation im Sinn von Apg 2,42 bewogen werden, wage ich zu bezweifeln. Physische Bewegung und Nähe „versetzen mich“ ganz elementar in einen neuen Zustand. Virtuelle Begegnung gelingt gut unter Menschen, die schon miteinander vertraut sind, kann sich aber auch durch Häufigkeit, Trends und Datenfülle abnutzen wie viele unserer TV-Programme.

    1. Lieber Herr Neusel, vielen Dank für den zustimmenden Kommentar! Wir haben das Projekt ja in der Tat so angelegt, dass wir stets danach fragen, welche Möglichkeiten sich durch digitale Kommunikation für die christliche Gemeinde ergeben, ohne damit sagen zu wollen, dass damit alle Optionen gut sind. Wir stehen wahrscheinlich vor einer intensiven Lernphase. Aber eines scheint klar zu sein: Die digitalen Medien werden die christlichen Gemeinden erheblich beeinflussen, nicht nur in der Art der Kommunikation, wahrscheinlich auch in der Theologie. Da gibt es auch ganz spannende Projekte mit der FEST in Heidelberg: Wie verändert sich christliche Theologie unter den Bedingungen digitaler Medien? Welche Möglichkeiten gibt es, vielleicht auch das scheinbar schon Bekannte noch einmal neu zu verstehen?

  2. Spannendes Akademiegespräch mit Frederike von Oorschot! Ich denke, der aktuelle Trend die akademische Theologie etwas aufzubrechen und mithilfe Social Media partizipativ auch andere Milieus zu erreichen und mehr Tempo in theologische Debatten zu bringen, tut der gesamten Theologie ganz gut! Bedenkenswert fand ich dabei vor allem von Oorschots Impuls einer citizen theology im Sinne einer gemeinschaftlichen Wissensgenerierung. Hier sehe ich Parallelen zu communitybasiertem Wirtschaften oder gemeinwohlorientierter Ökonomie, die aktuell bedingt durch die Coronakrise auf vermehrtes Interesse stoßen. Es scheint so, dass bei einigen die Krise Anlass ist, das Bisherige in neuem Licht zu sehen, zu überdenken und für die Zukunft einen großen Willen nach Veränderung – nach Verbesserung auszubilden. Ich bin gespannt zu welchen neuen Erkenntnissen eine explorative, prozesshafte und partizipative Theologie führen wird!

  3. Lieber Herr Vogelsang,
    danke für das Gespräch mit Friederike van Oorschot!
    zur Frage nach Hoffnungsgeschichten:
    Als Gemeinde haben wir digital und analog als fortlaufende Geschichte die Impulse für die Corona-Wüste. Zur Wüste fällt vielen etwas ein, womit sie ihre eigene Situation in Verbindung mit Gott deuten können. Wort und Bild (Kunstbibeln des 20.Jh.s aufgeschlagen bei Mose&Co) steht digital und analog zur Verfügung. Dazu gehört jetzt auch unsere selbstgebastelte Bundeslade für den Freiluftgottesdienst, aus dem „bundes-stärkende“ Überraschungen geholt werden, z.B. ein Oasengespräch oder ein Gebote-Puzzle für Kinder oder der Corona-Orden aus rot-weißem Absperrband… (www.ekma.de/feudenheim)
    Ich erlebe die digitalen Tools entgrenzend.
    Eine jetzt angereicherte Homepage mit Videogottesdienst ist im Prinzip ein global zugängliches Gemeinde-Archiv, Fenster und Portal, durch das ich Kollegen und Kirchen besuchen kann, die ich sonst in Raum und Zeit nicht erreichen würde.
    Frohe Pfingsten!
    Ihre
    Dorothee Löhr, Pfarrerin in Mannheim

    1. Liebe Frau Löhr,

      ich wünsche Ihnen ein frohes Pfingstfest! Vielen Dank für die Hinweise, wie man digitale Medien erfolgreich anwenden kann. Mich beeindruckt, wie sie die klassischen biblischen Bilder nutzen, um unsere außergewöhnliche Gegenwart zu deuten. Die Corona Zeit ist ja noch lange nicht vorbei und sie ist so etwas wie eine Wüstenzeit. Die Bundeslade ist ein schöner Anlass, Freiluftgottesdienste durchzuführen, die Situation erzwingt es, aber so wird aus der Not eine Stärke. Dies in Kombination mit den digitalen Medien lässt viel Gestaltungsspielraum. Der ist noch lange nicht bekannt oder erschlossen, die kommenden Jahre werden da noch viel Neues zeigen!

      Frohe Festtage!

      Frank Vogelsang

  4. Sehr interessant! Danke, Herr Vogelsang.
    Ich bin sowohl dienstlich als auch privat mit dieser Thematik beschäftigt und vertraut.

    Privat hat die aktuelle Situation dazu geführt, dass meine Heimatgemeinde (eine lutherische Gemeinde in der westfälischen Landeskirche) Gottesdienste online stellt. Dazu gibt es verschiedene Aktionen via Facebook und Instagram (virtuelles Kirchcafe, basteln, Gebet…). Nicht nur Jüngere sind daran beteilgt. Am ersten Gottesdienst wirkte zB meine 75-jährige Mutter mit. Sie hatte zuvor keinen Bezug zu digitalen Formen kirchlicher Arbeit, hat aber realisiert: Zurzeit ist dies die einzige Möglichkeit.

    Beruflich bin ich Leiter der christlich-überkonfessionellen Webportale Jesus.de (News + Forum) und amen.de (Fürbitte). Ersteres besteht bereits seit 1997 (damals als Suchmaschine, Forum ab 2000). Ich habe es stets als sehr schmerzlich empfunden, dass die Amtskirchen online so weit hinterherhinkten. Zurzeit ändert sich dies. Gut so. Über Chancen und Grenzen denken wir seit 20 Jahren nach. Manche haben unser Portal als „Ersatzgemeinde“ genutzt, obwohl dies nie unsere Intention war. Glaube + Gemeinde braucht auch (analoge) Begegnung. Wir woll(t)en Angebote als Ergänzung bereitstellen. Ebenso amen.de: kein Ersatz für die persönliche Fürbitte – aber ein Angebot für jede, die keine Kontakte haben.

    Spannende Zeiten, wir verfolgen gerne, was Sie veröffentlichen. Übrigens teilen wir auf unserer Seite zahlreiche Angebote der „digitalen Kirche“, landes- und freikirchlich: https://www.jesus.de/digitale-kirche

    1. Hallo Herr Wildraut, es freut mich, dass unser Projekt bei Ihnen auf viel Zustimmung stösst! Ja, der digitale Wandel ist eine große Herausforderung für Kirchen und Gemeinden. Wir verfolgen das schon seit einiger Zeit und haben den digitalen Medien in der Akademiearbeit einen neuen Stellenwert gegeben durch Youtube Kanal, Twitter, Facebook, , Instagram, Internetseiten… Wir sind in einem langfristigen Wandel, der auch theologisch eine Herausforderung ist. Es kommt uns wie ja auch Ihnen darauf an, die positiven Seiten zu stärken. Aber wie Sie sehen wir auch, dass die digitalen Angebote nicht einfach etwas komplett Neues schaffen, dass sie eher eine große Bereicherung sind, die auch analoge Formen bestätigen, stärken und ergänzen. Wir können gespannt sein, wie es weiter geht! Gut ist, wenn man voneinander weiß und sich vernetzen kann!

  5. Sehr geehrter Herr Vogelsang! als 75-jähriger Pfarrer i.R. eher Netzfremdling sehe ich Ihre Projekt mit Interesse und begrüße es sehr! Und hoffe von Ihrem Projekt zu lernen!
    Spannend fände ich, als Mitglied GCJZ Bonn hier auch von Anfang an jüdische Erfahrung (Landesverband?) mit einzubeziehen. Die Gründung des Lehrhauses in Jaffne war ja
    quasi ein paralleles Geschehen zur christlichen Gemeindebildung. Verbindendes und unterschiedliches zu sehen könnte auch für Ihr Projekt fruchtbar sein.s. Kommentar zum Galaterbrief von Osten-Sacken (Vernunftgeleiteter Diskurs als Gemeinschaftsbildend statt der Himmelsstimme, auf die sich zu berufend trennend sein kann. S. 70) U. Thomas

    1. Vielen Dank für den Hinweis, Herr Thomas! Gerne nehmen wir das auf. Bislang war erst einmal nicht daran gedacht, die Netzwerke des jüdisch-christlichen Dialogs einzubeziehen, aber das kann ja vielleicht noch geschehen. Wir werden der Spur gerne nachgehen.

  6. Spannende Sache. Ganz nah am „Puls der Zeit“. Im Blick auf den digitalen Raum gibt es viel Praxis (häufig unreflektiert, Hauptsache, es funktioniert), aus der Nutzung heraus viele Fragen und erst nach und nach Antworten (etwa im Blick auf die Frage einer notwendigen Regel-Konformität der Nutzerinnen und Nutzer und einer Regulierung, etwa im Bereich Hate-speech oder Fake-News). Deshalb finde ich es gut, dass mit diesem Projekt der Austausch angeregt wird, ein vertieftes gemeinsames Nachdenken.

    Ich möchte gleich eine erste Einrede (Einspruch wäre vielleicht zu stark) zur Einführung von Frank Vogelsang machen: Stimmt es, dass digital kein Energieaustausch möglich ist. Stimmt, das „Scotty, beam me up“ funktioniert nur im Fernsehen. Aber es gibt – empirisch nachweislich – durchaus „Energieflüsse“ übers Netz. Wenn ich etwa ein kleines WhatsApp-Filmchen von meiner Enkeltochter sehe, die ich wegen Corona nicht mehr besuchen kann/will, dann fließt da jede Menge Energie. Sogar umgekehrt: Wenn sie mich am Smartphone der Mutter auf dem Bildschirm einer Zoom-Konferenz sieht, packt sie mit der Hand zum Bildschirm, will be-greifen. Also da passiert etwas. Vielleicht setzt das voraus, dass wir uns vorher schon einmal face-to-face begegnet sind. Man braucht im Digitalen die Anknüpfung an das Analoge.

    Auch im Blick auf das Brotbrechen habe ich eine Einrede: „Brotbrechen ist Brotbrechen.“ Das hört sich eindeutiger an, als es m.E. ist. Brotbrechen ist – schon in der Apostelgeschichte – ja nicht einfach physische Sättigung zum Erhalt der elementaren Vitalfunktionen (obwohl das etwa in den Korintherbriefen in den ersten Christengemeinden noch viel elementarer war als wir das heute in einer auf ein absolutes Mindestmaß eingedampfte Darreichung von Oblaten praktizieren). Brotbrechen ist ein symbolischer Akt. („Dies ist mein Leib.“ „Dies ist mein Blut.“ „Christi Blut für euch vergossen zur Vergebung der Sünden für die Vielen.“ „Dies tut zu meinem Gedächtnis.“ „So oft ihr… verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.“) Das heißt, hier wird ein umfassenderes Geschehen abgebildet – das man gar nicht „an sich“ erfassen könnte, wenn es nicht eben „be-greifbar“ würde. Solche symbolischen Akte kennzeichnen menschliche Existenz elementar (Sprache). Ist dann nicht auch ein Brotbrechen – als eine „symbolisch aufgeladene“ Interaktion im digitalen Raum vorstellbar, in der sich vollzieht, was sonst in Form einer (substantiell hauchzarten, mit gerade noch wahrnehmbarer Oberfläche) Oblate, die (jedenfalls im evangelischen Kontext) leicht mit Traubensaft befeuchtet wird (Intinctio) sich in einem klassisch „analogen“ Gottesdienst vollzogen wird? Theologisch: Könnte da der Leuenberger Kompromiss nicht gerade theologisch auch ein Türöffner sein? Ist es nicht stets Spiritualpräsenz – dann auch in der digitalisierten Weise von „Real“-Präsenz?

    1. Vielen Dank für den Kommentar! Auf die genannten beiden Punkte möchte ich gerne eingehen. Das Digitale kommt natürlich nicht ohne Energie aus. Alle digitalen Signale, jedenfalls alle, die mit modernen Computern bearbeitet werden, basieren auf elektrischen Strömen. Mein Punkt war nur : Die Energie, die verbraucht wird, ist vollkommen analog, sie ist außerhalb der digitalen Codierung. Die digitale Welt sitzt immer auf der analogen auf. Wenn man den Stecker des Computers zieht oder den Akku herausnimmt, bricht die digitale Welt zusammen, die analoge zunächst einmal nicht. (Dass die analoge Welt heute so stark digital organisiert ist, dass die gesellschaftlichen, die ökonomischen Prozesse ohne digitale Technologien nicht mehr funktionieren, ist ein anderer Aspekt). Das, was man digital codiert, ist nicht die Energie, die Energie braucht man aber für die digitale Codierung. Man kann auch sagen, dass ein moderner Hochleistungscomputer von 200 Watt, der eine Stunde läuft, genau einem Wärmekissen von 200 Watt gleicht, das eine Stunde heizt. Die digitalen Welten brauchen Energie, können weder Energiequellen sein aber ihrerseits weder Energie. Mir ist die Differenz zur Energie wichtig, weil es wahrscheinlich eine klare Trennung dem Digitalisierbaren und dem Analogen bietet.
      Die Sache mit dem Brotbrechen ist dagegen wesentlich komplizierter. Die Frage ist, ob die Feier des Abendmahls nur ein symbolischer Akt ist. Ich kann den Überlegungen Luthers viel abgewinnen, der schon eine Verwandlung von Brot und Wein im Abendmahl beschrieb. Das klingt auf erstem Blick ganz und gar nicht modern, weil doch allen klar zu sein scheint, dasss das Brot auch im Abendmahl gleich bleibt. Das gilt sicherlich unter der Vorstellung, dass Materie eine bekannte Größe ist, die von der Chemie und der Physik beschrieben werden kann. Doch mit Physik und Chemie kann man auch nicht ansatzweise erklären, warum die physikalische und chemische Welt Schöpfung sein soll. Ich würde aber immer dafür eintreten, dass die Rede von der Schöpfung sich nicht nur auf eine Interpretation bezieht, sondern tatsächlich etwas über die Wirklichkeit aussagen, was Chemie und Physik nicht können. Vielleicht findet ja in dem Abendmahl auch eine Veränderung der Wirklichkeit statt, die Physik und Chemie nicht beschreiben können?! Ich möchte damit nicht einem Mirakulösen Vorschub leisten, aber was ist, wenn wir auch mit den modernen Naturwissenschaften nicht so genau wissen, was genau die Wirklichkeit ist, in der wir leben? Wenn es vielleicht notwendig ist, sich auf Gott zu beziehen, um die Wirklichkeit zu verstehen? Zurück zur digitalen Welt: Bei der Taufe sind wir uns sicherlich einig: Sie kann nicht digitalisiert werden. Sie muss mit Wasser geschehen, das den zu taufenden Menschen nässt. Spätestens hier ist die Grenze erreicht, die ich aber auch schon beim Brot sehe!

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