Über Angst. Über Hoffnung. Über die Seele.

Das Bild zeigt Landespfarrerin Petra Schulze, Evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR und Leiterin des Evangelischen Rundfunkreferates NRW
Landespfarrerin Petra Schulze © Sandra zur Nieden

Angst macht die Seele eng.
Hoffnung macht die Seele weit.

Eine Meditation von Landespfarrerin Petra Schulze
3. November 2020

Rasant verbreiten sich die Informationen. Pling, pling, pling,
eine Nachricht nach der anderen geht auf meinem Smartphone ein.
Über Twitter, Facebook, WhatsApp. Tagesschau ist live… und wieder eine Horrornachricht.

Die Bilder vom Terror in Paris, Nizza, Kabul, Wien –
sie schnüren mir die Kehle zu.

Die Bilder von überfüllten Intensivstationen – sie machen mein Herz bang.

Ich schalte alles ab. Smartphone. Fernseher. Laptop.

Und zünde eine Kerze an. Im dunklen Wohnzimmer.

Gott, warum. Immer wieder.
Die Erde rast auf den Abgrund zu….

Das singe ich schon seit Kindertagen.

Zur Konfirmation ein Buch von Jörg Zink
mit düsteren Bildern von Krieg und Klimakatastrophen.
Das ist schon vierzig Jahre her.

Dagegen der Konfirmationsspruch:
„Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis bleiben,
sondern das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12)

Mein Glaube ist mein Licht in der Welt.

Hoffnungsbilder der Bibel sauge ich auf.

Sein wie ein Baum – gepflanzt an Wasserbächen.

Die Gott lieben, werden sein wie die Sonne, wenn sie aufgeht in ihrer Pracht.

Meine Seele ankert bei Gott, der ihrer Angst Beine macht.

Und meinen Füßen weiten Raum gibt.

Meine Seele hält sich an Jesus Christus: Ich bin das Licht. Folge mir nach.

Denn: „Was kein Auge je gesehen und kein Ohr jemals gehört,
was keinem Menschen je in den Sinn kam,
das hält Gott für die bereit, die ihn lieben.“ (1. Korinther 2,9)

„Der Glaube ist eine feste Zuversicht dessen, was man hofft,
und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ (Hebräer 11,1)

Alles wird… ja wie. Anders. Und gut.

Meine Seele ankert in Gott. Sein Geist trägt ihr die Hoffnungsfunken zu.

Sprengt die Ketten ums Herz und setzt die Füße auf neue Wege.

Nimm den Hoffnungsfunken und geh los.
Hasse nicht, liebe.
Führe keinen Krieg, halte Frieden.
Verletze nicht, heile.
Beute nicht aus, schaffe Recht und Gerechtigkeit.

Suche Verbündete.
Legt ein starkes Lichtband um die Welt.

Zur Person
Landespfarrerin Petra Schulze studierte Evangelische Theologie, Publizistik und Sozialpsychologie in Bochum. Sie absolvierte eine Jahreshospitanz beim WDR-Hörfunk sowie ein mehrwöchiges Praktikum beim WDR Fernsehen in Köln und ist seitdem für den WDR und andere Sender als freie Journalistin tätig sowie u.a. für die Wochenzeitung „Unsere Kirche“.

Sie war im Ennepe-Ruhr-Kreis als Pfarrerin für Öffentlichkeitsarbeit und als theologische Referentin in Dortmund tätig. Von 2006-2011 war Schulze die Evangelische Senderbeauftragte für das Deutschlandradio und die Deutsche Welle in Berlin.

Seit November 2011 ist sie die Evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR und Leiterin des Evangelischen Rundfunkreferates NRW in Düsseldorf.